Trotz sommerlicher Temperaturen kamen gestern knapp 40 Teilnehmende auf dem Theresienhof in Fulda zusammen, um sich bei der Veranstaltung „Gute Ausbildung braucht Wissenstransfer – Politik und Wirtschaft im Dialog“ des JOBvision WIN-Netzwerks Fulda auszutauschen. Die Stimmung war gut, das Interesse am Thema bei den Unternehmen groß. Höhepunkt des Abends war die Podiumsdiskussion mit MdB Michael Brand, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und UnternehmensvertreterInnen aus der Region Fulda.
In seinem Grußwort betonte Michael Brand die Bedeutung der dualen Ausbildung gerade in wirtschaftlich komplexen Zeiten: „Die duale Ausbildung ist für die Fachkräftesicherung in Deutschland entscheidend, gerade hier im mittelständisch geprägten Fulda“. Besonders hervor hob Brand zudem die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen in Fulda: Landkreis Fulda, die Agentur für Arbeit, Kammern, Wirtschaftsförderung und Unternehmen ziehen hier an einem Strang, was ein enormer Wettbewerbsvorteil sei.
Im Mittelpunkt der anschließenden Podiumsdiskussion mit MdB Michael Brand, Denise Otto (IHK Fulda), Ina Rohde (Rhönsprudel Gruppe) und Frank Roth (KGM Gruppe Fulda) stand die Frage, wie Wissenstransfer zwischen Generationen in Betrieben gelingen kann. Dabei wurde deutlich, Unternehmen leben vom persönlichen Austausch und von der Weitergabe von Wissen. Nur wenn die Erfahrung langjähriger Kolleginnen und Kollegen mit den Impulsen der modernen Arbeitswelt zusammengebracht wird, können sich Betriebe weiterentwickeln und für neue Auszubildende und Fachkräfte attraktiv bleiben. Neue Mitarbeitende sollten im Rahmen von Mentoringstrukturen an die Hand genommen werden, gleichzeitig aber auch Raum erhalten, eigene Ideen einzubringen. Gerade die jüngere Generation ist sehr KI-affin und kann frische Impulse in bestehende Prozesse bringen. Entscheidend sei dabei ein klares Gespür dafür, was bewahrt und was weitergegeben werden sollte: „Mentoringprozesse bedeuten auch zu wissen, was man an Wissen festhalten muss und welche Erfahrungen man mitgeben kann. Es muss Wissen gesichert werden, welches auch zukünftig von den angehenden Fachkräften gebraucht wird“, so Denise Otto.
Passend zum Thema des Abends verwies die Diskussion auch auf die neueste DIHK-Unternehmensbefragung. Demnach kommen Ausbildungsverträge häufig deshalb nicht
zustande, weil es an ausreichender Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber mangelt. Ein Mentorenprogramm kann hierbei Abhilfe schaffen, indem neue Auszubildende im Betrieb an die Hand genommen und gezielt qualifiziert werden. Positiv hervorzuheben sei, dass das Interesse am Thema Ausbildung wieder steigt. Mehr junge Menschen bewerben sich, bzw. setzen sich aktiv mit einer Ausbildung auseinander. Das ist ein Trend, den die Runde stark begrüßte.
Neben zahlreichen regionalen Unternehmen waren auch andere JOBvision-Projekte aus Hessen vor Ort, darunter JOBvision Azubi.Connect aus Offenbach und JOBvision LUKAS aus Felsberg. Mit beiden Projekten tauschte sich Michael Brand im Nachgang der Podiumsdiskussion intensiv aus.